Ali Rıza Ceylan

Photocredits: Ulf Aminde

○ Kunst

Ali Rıza Ceylan (geboren 1963 in Erzincan/Türkei) kam Ende der 1970er Jahre im Rahmen der Familienzusammenführung aus der Türkei nach Deutschland. Sein Vater arbeitete bereits bei den Ford-Werken in Köln. 1981 fing er dort an als Maler und Lackierer in der Schleifabteilung des Automobilunternehmens zu arbeiten. Dort poliert er meist händisch kleine Unebenheiten, Schmutz oder Bläschen aus dem Lack der Autos heraus. Seit Anfang 1980er Jahre verwandelt er die abgenutzten Schleifpapiere in Kunstwerke. Während andere Karten spielen, rauchen oder Kaffee tranken, zeichnet er – bis heute in jeder seiner Arbeitspause. Sein Pausenraum bei den Ford-Werken ist auch sein Atelier. Ceylans Bilder entstehen auf der rauen Seite des Schleifpapiers. Seine Motive ergeben sich aus den abgeriebenen Schleifkörnern. In dem ungleichmäßigen Abrieb sieht der Künstler Gesichter und Tiere, oder auch Landschaften, die er zeichnerisch herausarbeitet. Auf einigen Werken sind rote oder blaue Farbspuren des bearbeiteten Autolacks sichtbar. Manchmal sind auch Abdrücke seiner Hand zu erkennen, da er beim Schleifvorgang keine Schutzhandschuhe trägt. Für Ali Rıza Ceylan ist seine künstlerische Tätigkeit nicht bloß ein Hobby, sondern eine Notwendigkeit. Malen und zeichnen schaffen ihm sichere Freiräume und helfen ihm auch sich von Sorgen des Lebens zu distanzieren. Dies gilt auch für die Bewältigung der schmerzhaften Erinnerungen an den rassistischen Paketbombenanschlags im Jahre 1992 in Köln-Ehrenfeld, den er und seine Familie durch Glück überlebten.