Hai Anh Trieu

Photocredits: Philipp Rühr

○ Performancekünstlerin

○ Filmemacherin

Hải Anh Triệu ist eine deutsch-vietnamesische Performancekünstlerin und Filmemacherin. Als Kind vietnamesischer Vertragsarbeiter*innen wuchs sie in München auf. An der Schnittstelle von Film, Kunst und Performance setzt sie sich mit Identitätsarbeit und der sozialen und politischen Architektur unterschiedlicher Familien-Lebensformen auseinander. Indem sie Grenzen der jeweiligen Medien auslotet, versucht sie, das Phänomen des Displacement in der Diaspora visuell und physisch erfahrbar zu machen. Ihr letzter Kurzfilm I Loved You First feierte 2023 beim Max Ophüls Preis in Saarbrücken. Im Rahmen des Arbeitsstipendiums im Bereich Film und Video des Berliner Senats, schreibt sie momentan an ihrem Langfilmdebüt, das das Altern aus migrantischer Perspektive beleuchtet und sich der Frage widmet, wie Care-Arbeit durch pflegende Angehörige der vietnamesischen Community zukünftig organisiert werden kann. Dabei zeigt sie auf, wie die Reglementierung der Reproduktionsrechte der vietnamesischen Frauen in der DDR ein unaufgearbeitetes Kapitel in der alternden vietnamesischen Community darstellt. Zudem arbeitet sie im Moment mit Josefine Reisch an einer neuen Performancearbeit mit dem Titel BLEND, ein subversiver Kaffeeklatsch der sich mit dem Thema Dekadenz, Kolonialismus und Klasse in DDR und BRD beschäftigt. Für Kunst im Untergrund 2025 der nGbK realisiert sie zur Zeit die Videoarbeit How Am I Suppose To Know.
Hải Anh Triệu ist Mutter eines dreijährigen Kindes und lebt in Berlin.

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