Bildende Kunst
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Die Angehörigen (Ausstellung)

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Zentralbibliothek Hamburg
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Rassistische Täter*innen töten jährlich viele Menschen in Deutschland. Die Namen der Opfer spielen dabei oft die geringste Rolle. Jasper Kettner (Fotograf) und Ibrahim Arslan (Opfer und Überlebender der rassistischen Brandanschläge von Mölln 1992) haben Familien und Freunde dieser Opfer besucht und portraitiert. Entstanden ist eine Fotoserie über Menschen, die mit dem Verlust ihrer Familienmitglieder oder Freunde durch rassistische Gewalt leben. Sie leiden an Unsicherheit und eingeschränkten Ermittlungen, sie wurden selbst verdächtig, sie kämpfen teils immer noch um die Anerkennung als Opfer politisch motivierter Gewalt. Es besteht die Möglichkeit für ein Künstlergespräch am 24.10. um 12 Uhr im Großen Veranstaltungsraum der Bücherhallen.

Die Ausstellung ist Montag bis Samstag von 10 bis 19 Uhr zugänglich. Bitte buche zur besseren Koordination der Besucher*innen in Corona-Zeiten ein Ticket.

Jasper Kettner lebt als freier Fotograf in Berlin.Seine Arbeiten wurden und werden publiziert von Amnesty Journal, documenta GmbH, Focus, The Japan Times, Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung, ZEIT Magazin u.a.. Für das Projekt Die Angehörigen hat er Menschen besucht, deren Alltag nach rechtsextremen Gewalttaten nicht einfach so weitergehen kann.  Entstanden ist eine Fotoserie über Menschen, die mit dem Verlust ihrer Familienmitglieder oder Freunde durch rassistische Gewalt leben.

Ibrahim Arslan ermutigt andere Betroffene zum Sprechen. 1992 überlebte er als Siebenjähriger in nasse Decken gewickelt den rassistischen Brandanschlag in Mölln. Vier Stunden verbrachte er in der brennenden Küche bevor er gerettet wurde – für seine Schwester, Cousine und Großmutter kam jede
Hilfe zu spät. Heute tritt Ibrahim lautstark an die Öffentlichkeit. In Zeitzeugengesprächen erzählt er an Schulen von seinen Erlebnissen.

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privat, fluctoplasma