Fr., 23. Okt. 2026
16:30 – 19:00 Uhr
○ Film
○ Diskurs
Deutschland steht an einem historischen Wendepunkt: Erstmals seit 1945 ist eine Partei stärkste Kraft in einem Landesparlament, die vom Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Bestrebungen beobachtet wird. Zum ersten Mal wurde im Frühjahr 2025 ein migrationspolitischer Entschließungsantrag im Bundestag mit Unterstützung dieser Partei angenommen. Diese Erklärung zur Begrenzung der Zuwanderung sieht unter anderem eine vollständige Schließung der deutschen Grenzen vor. Ein Paradigmenwechsel vollzieht sich gerade: weg vom Schutz von Geflüchteten, hin zu Abschottung und Abschreckung.
"Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes" begibt sich auf die Suche nach den Ursachen dieser politischen Zäsur und nimmt die Zuschauerinnen mit auf eine aufrüttelnde Reise. Der Dokumentarfilm beginnt an den europäischen Außengrenzen, wo eine andauernde humanitäre Katastrophe auf staatliche Ignoranz trifft, aber auch auf ziviles Engagement. Sie begleitet einen Rettungseinsatz auf dem Mittelmeer, erzählt die Geschichten von Überlebenden, die trotz Gewalt und tödlicher Risiken den Weg nach Deutschland gefunden haben. Während Deutschland dazu beiträgt, eine europäische Festung zu errichten, gerät die politische Landschaft ins Wanken. Von emotionalisierten Medienberichten bis zu hilflos nach rechts rudernden Politikerinnen zeichnet sich eine gesellschaftliche Erzählung ab, die sich gegen Migrant*innen und Schutzsuchende richtet. Ist Migration überhaupt das große Problem, zu dem es gemacht wird? Oder offenbart die Abschottungspolitik tiefere gesellschaftliche Ängste?
Im Anschluss an das Screening findet eine Diskussionsrunde mit der Partnerorganisation Sea-Eye statt.
»Dieser Lockdown der Menschlichkeit muss beendet werden. Flucht ist kein Verbrechen. Und Migration ist eine zivilisatorische Notwendigkeit.« Heribert Prantel, Süddeutsche Zeitung
Künstler:innen / Sprecher:innen